Autoinjektor-Assembly und Verpackung: Früh baut neue Produktionslinie für kühlkettenpflichtiges Biologikum
Zusammenbau, Etikettierung, Kartonierung, Serialisierung, Case Packing auf knapp 900 m² entsteht bei Früh eine vollständige Produktionslinie für einen Autoinjektor mit drei Verpackungskonfigurationen.
Seit März 2026 läuft ein neues Projekt bei Früh Verpackungstechnik AG: die Einrichtung einer vollständigen Assembly- und Verpackungslinie für einen Autoinjektor mit einem kühlkettenpflichtigen Biologikum. Der Kickoff mit dem Kunden fand am 16. April statt.
Was auf der Linie passiert
Der Autoinjektor besteht aus drei Hauptkomponenten, die vollautomatisch an einer Assembly-Maschine von SHL Medical zusammengebaut werden. SHL Advantec liefert sowohl den Autoinjektor als auch die Fertigungsanlage. Direkt an die Assembly-Maschine angebunden ist ein Etikettierer, der die Etiketten bedruckt, verifiziert und aufklebt und das mit bis zu 20 Autoinjektoren pro Minute.
Danach übernimmt die Dividella-Kartonierlinie von Körber Pharma. Die Kartons werden automatisch aufgestellt und über ein Förderband zur manuellen Einlage transportiert. Die Maschine legt anschliessend den Beipackzettel ein, schliesst die Faltschachtel und serialisiert sie per Laserdruck. Das Projekt umfasst drei Verpackungskonfigurationen: Einzelpackung, 4er-Pack und eine 12er-Bündelpackung. Die Dividella-Plattform von Körber Pharma eignet sich dafür, weil sie Formatwechsel ohne grossen Umbauaufwand erlaubt.
Den Abschluss bildet ein Case Packer von Christ: Faltschachteln werden automatisch in Transportboxen verpackt, etikettiert, verschlossen und aggregiert. Die Palettierung erfolgt manuell.
Assembly und Verpackung sind bei diesem Projekt bewusst als separate Linien ausgelegt. Die Dividella-Kartonierlinie von Körber Pharma läuft mit bis zu 45 Teilen pro Minute, also doppelt so schnell wie die Assembly-Maschine. Das schafft Kapazität, die Früh auch für andere Aufträge nutzen kann.
Beides zusammen, von der Einzelkomponente bis zur versandfertigen Transportbox inklusive Serialisierung und Aggregierung, ist Teil des wachsenden Pharma-Portfolios, welches Früh gezielt aufbaut.
Kühlkette als feste Rahmenbedingung
Das Produkt muss durchgehend bei 2 bis 8°C gelagert werden. Die maximale Umgebungszeit beträgt 26 Stunden unter 30°C. Diese Anforderungen gelten für den gesamten Produktionsprozess und müssen GMP-konform dokumentiert und überwacht werden. Früh verfügt über die Infrastruktur und Prozesse dafür.
Wo das Projekt heute steht
Die Kartonierlinie von Körber Pharma und der Case Packer von Christ sind bestellt. Für die Assembly-Maschine von SHL Medical werden die finalen URS-Punkte noch ausgearbeitet mit Werksbesichtigungen und regelmässigen Meetings direkt beim Lieferanten. Gleichzeitig läuft die Evaluation von neuem Testequipment für die In-Process-Kontrolle der Autoinjektoren. Die Grobplanung des Produktionsraums ist abgeschlossen.
Nächste Schritte bis Produktionsstart
In den kommenden Monaten stehen die Bestellung der restlichen Anlagen, die finale Raumplanung und Prozessdefinition sowie das Onboarding der verbleibenden Lieferanten an. FAT und SAT für Assembly-Maschine und Dividella sind für Mitte 2027 geplant, die Prozessvalidierung für Ende 2027. Produktionsstart ist Q2 2028. Ein weiteres Update folgt im Herbst.
- Kategorie:
- FRÜH-Know-how
- Jahr:
- 2026