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Blis­ter-Sie­gel­va­li­die­rung nach Mass: Was hin­ter einer ste­ri­len Ver­pa­ckung steckt

Gefor­dert: eine dop­pel­te Ste­ril­bar­rie­re. Umge­setzt mit: zwei Blis­ter-Designs, zwei Tyvek-Deckeln, zwei Siegelwerkzeugen.

Das war die Aus­gangs­la­ge, als ein Kun­de mit einem ortho­pä­di­schen Medi­zin­pro­dukt zu uns kam. Das ortho­pä­di­sche Medi­zin­pro­dukt muss in einer dop­pel­ten Ste­ril­bar­rie­re ver­packt wer­den mit zwei unter­schied­li­chen Blis­ter- und Tyvek-Kom­bi­na­tio­nen für Innen- und Aus­sen­blis­ter. Zwei Sie­gel­werk­zeu­ge, zwei Vali­die­run­gen, eine kla­re Deadline.

Prüf­men­gen und Vali­die­rungs­stra­te­gie wur­den früh­zei­tig gemein­sam mit dem Kun­den fest­ge­legt: 120 Stück für kri­ti­sche attri­bu­ti­ve Merk­ma­le. Im Engi­nee­ring lie­fen par­al­lel Mate­ri­al­be­stel­lung, Werk­zeug­be­schaf­fung und Erstel­lung der Vali­die­rungs­plä­ne. Ende Juni 2026 stan­den alle Mate­ria­li­en und Werk­zeu­ge für die Para­me­ter­fin­dung bereit. In die­ser Pha­se wer­den die Sie­gel­pa­ra­me­ter (Tem­pe­ra­tur, Druck, Zeit) sys­te­ma­tisch ermit­telt und doku­men­tiert, bevor die eigent­li­che Vali­die­rung beginnt.

Trotz redu­zier­ter Kapa­zi­tä­ten wäh­rend der Som­mer­fe­ri­en wur­den bei­de Sie­gel­werk­zeu­ge bis Ende August erfolg­reich vali­diert im Rah­men des kom­mu­ni­zier­ten Zeit­plans. Dass das mög­lich war, hat mit der Vor­be­rei­tung zu tun: Wer Prüf­men­gen, Stra­te­gie und Doku­men­ta­ti­on früh gemein­sam mit dem Kun­den defi­niert, ver­mei­det Rück­fra­gen und Ver­zö­ge­run­gen mit­ten in der Validierung.

Wann eine Sie­gel­va­li­die­rung not­wen­dig wird

Für Medi­zin­pro­dukte­her­stel­ler stellt sich die Fra­ge nach der Sie­gel­va­li­die­rung in ver­schie­de­nen Situa­tio­nen: bei der Ein­füh­rung eines neu­en Pro­dukts, beim Wech­sel auf ein neu­es Pack­mit­tel oder einen neu­en Mate­ria­lie­fe­ran­ten, bei Ände­run­gen am Sie­gel­pro­zess oder wenn ein Pro­dukt in neue Märk­te mit eige­nen regu­la­to­ri­schen Anfor­de­run­gen ein­ge­führt wird. In all die­sen Fäl­len schreibt ISO 11607 – 2 eine Pro­zess­va­li­die­rung vor und die ist mehr als eine Formalität.

Der Stan­dard: ISO 11607 – 2

Blis­ter-Sie­gel­va­li­die­run­gen für ste­ri­le Medi­zin­pro­dukt­ver­pa­ckun­gen wer­den bei Früh gemäss ISO 11607 – 2 durch­ge­führt. Die Pro­zess­va­li­die­rung umfasst OQ (Ope­ra­tio­nal Qua­li­fi­ca­ti­on) und PQ (Per­for­mance Qua­li­fi­ca­ti­on) mit Prüf­men­gen nach sta­tis­ti­scher Anfor­de­rung für 95% Kon­fi­denz und 95% Zuver­läs­sig­keit. Alle Prü­fun­gen wer­den im inter­nen, akkre­di­tier­ten Labor nach ISO/IEC 17025 durch­ge­führt: das sind Prüf­be­rich­te, die vor Gericht Gül­tig­keit haben.

Was im Labor geprüft wird – und warum

Jede Prüf­me­tho­de hat eine spe­zi­fi­sche Auf­ga­be. Der Dye Pene­tra­ti­on Test prüft die Unver­sehrt­heit der Sie­gel­naht: Eine Farb­lö­sung macht Undich­tig­kei­ten ab 50 μm sicht­bar. Die visu­el­le Inspek­ti­on inklu­si­ve Peel-off beur­teilt Erschei­nungs­bild und Öff­nungs­ver­hal­ten der Sie­gel­naht. Die Sie­gel­naht­fes­tig­keits­prü­fung misst die Kraft, die zum Öff­nen der Ver­sie­ge­lung benö­tigt wird. Ein kri­ti­scher Wert sowohl für die Ste­ril­bar­rie­re als auch für die Hand­ha­bung durch den End­an­wen­der. Die Sie­gel­naht­brei­te doku­men­tiert die geo­me­tri­sche Aus­deh­nung der Naht als wei­te­ren Qualitätsparameter.

Je nach Pro­dukt und Kun­den­an­for­de­rung kom­men wei­te­re Prü­fun­gen hin­zu. Der Bub­ble Emis­si­on Test, bei dem Über- oder Unter­druck Lecks an der gesam­ten Ver­pa­ckung ab 250 μm sicht­bar macht, ist eben­falls Teil des akkre­di­tier­ten Prüf­port­fo­li­os. Dar­über hin­aus kön­nen kun­den­spe­zi­fi­sche Prü­fun­gen wie Funk­ti­ons­tests durch­ge­führt wer­den, die indi­vi­du­ell auf das jewei­li­ge Pro­dukt abge­stimmt werden.

Wie Früh Sie­gel­va­li­die­run­gen aufbaut

Das Engi­nee­ring-Team aus vier Inge­nieu­ren beglei­tet jeden Auf­trag von der ers­ten Mate­ri­al­aus­wahl bis zum frei­ge­ge­be­nen Vali­die­rungs­be­richt. Der Ablauf ist struk­tu­riert: ERP-Daten anle­gen, Mate­ria­li­en und Sie­gel­werk­zeug beschaf­fen, Para­me­ter­fin­dung durch­füh­ren, Vali­die­rungs­stra­te­gie und Prüf­men­gen gemein­sam mit dem Kun­den defi­nie­ren. Erst dann beginnt die Mus­ter­her­stel­lung mit vor­de­fi­nier­ten Pro­zess­pa­ra­me­tern, gefolgt von den akkre­di­tier­ten Labor­prü­fun­gen, der Aus­wer­tung und dem Abschluss der Vali­die­rungs­be­rich­te. Den Abschluss bil­det die Aktua­li­sie­rung der Produktionsdokumentation.

Für Medi­zin­pro­dukte­her­stel­ler, die eine Sie­gel­va­li­die­rung pla­nen, ist der wich­tigs­te Schritt oft der ers­te: früh­zei­tig einen Part­ner ein­zu­be­zie­hen, der nicht nur das Labor betreibt, son­dern auch den Engi­nee­ring-Pro­zess dahin­ter kennt.

-> Mehr zu den akkre­di­tier­ten Labor­dienst­leis­tun­gen von Früh: Akkre­di­tier­te Labordienstleistungen 

Doppelblister mit Siegelnahtvalidierung
Doppelblister Siegelnaht Labor
Doppelblister mit Tyvek offen, clean
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